Artikel teilen! Himmel über Berlin: Der Morgen ist erst dunkelgrau, die Nacht ein Schimmer tiefes Blau, das sich zurückzieht wie ein Tier ...
Der Morgen ist erst dunkelgrau, die Nacht ein Schimmer tiefes Blau, das sich zurückzieht wie ein Tier in seine Höhle. Da ist das Warme neben mir, das sich so gut anfühlt. Haut greift und schlingt sich darum. Füllt jede Lücke aus, warmes Öl, das in eine Schale rinnt. Du… Dein warmes Blut strömt in meine Adern. Ich trinke Dich. Komm, Du, mein Du, bedecke, überwältige mich, lass Deine Lippen nach mir greifen. Ich warte… erwarte, empfange, sprungbereit lüstern. Der Himmel wird fahl, wie er zum Fenster hereinsickert, hoch oben, fast auf den Dächern von Wilmersdorf, wo Adler mit ausgebreiteten Schwingen darauf warten, sich in die Straßenschluchten zu werfen. Oder himmelwärts. Wilde Schreie ausstoßen, je höher die Lust am Fliegen sie hinauftreibt zum blendenden Licht. An Deinen unendlich langen Beinen reise ich hinauf und hinunter, in jede Wölbung, jede Kontur, jeden Schatten gebe ich mich hinein, fliege Hügel hinauf und in langen weichen Schwüngen hinab in die Täler. Ein Skifahrer in Deinem hellen Weiß. Parallel Deine Füße, keck hinaufgereckt zum Himmel. Gott betrachtet wohlgefällig sein Werk. Schmal, lange Zehen, schön gerundetes Gewölbe, mit sanften Fäusten gleite ich hinein auf Jojobaöl. Unendliche Reise, die jeden Tag neu beginnt, in dem mein Herz wieder Deine Schönheit entdeckt. In Deinen Augen zerfällt alles, was mich bindet an ein Leben in Zeit und Raum. Dort bleibt nur mehr da sein. Jetzt. Zusammen ertrinken in der Lust des Augenblicks, dem Schmelzen unserer Lippen, herztrunken, beseligt. Wir rufen die Sonne wach und reisen gemeinsam.
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